Stratosphären-Forschung in Graz

Dass Forschung und Wissenschaft Zuschauermagneten sein können, das wurde am 13. August in Graz bewiesen. Verantwortlich dafür waren das Österreichische Weltraumforum (ÖWF) und Studenten der International Space University (ISU). Die beiden Institutionen haben vom Observatorium Lustbühel der TU Graz einen Stratosphären-Ballon gestartet, um mehr über diese Schicht unserer Atmosphäre zu erfahren.

Rund 50 Zuschauer kamen um dabei zu sein wenn „Passepartout Sherpa“, so der Name des rund 3 Meter im Durchmesser messenden Ballons, sich auf die Reise in über 30 Kilometer Höhe macht. Dort ist man dem Weltraum schon sehr nahe. Der Luftdruck beträgt nur rund ein Hundertstel von dem auf der Erde, die Erdkrümmung ist deutlich zu erkennen und der Himmel ist tief schwarz.

Mit an Bord des Ballons war natürlich einiges an Equipment, um die Stratosphäre zu untersuchen. Unter anderem Kameras, Strahlungsdetektoren, spezielle Radioempfänger und auch einige Algen. Ihr Verhalten unter den Extrembedingungen der Stratosphäre war von besonderem Interesse.

Für den Aufstieg brauchte der Ballon rund drei Stunden. Er wurde dabei bis in die Gegend von Westungarn abgetrieben, kam aber mit dem Jet-Stream schlussendlich wieder nach Österreich zurück. Bei exakt 33.150 Metern platzte der mittlerweile auf rund 13 Meter ausgedehnte Ballon und schwebte in einer halben Stunde wieder zur Erde zurück.

Dass Wissenschaft und Forschung auch körperlich sehr anstrengend sein können, das wurde bei der Bergung im Südburgenland bewiesen.  „Der Ballon verfing sich bei der Landung in einem ca. 15 Meter hohen Baum.  Durch die Hilfe eines versierten Baumkletterers der Freiwilligen Feuerwehr Fehring konnten wir die Nutzlastgondel mitsamt den Experimenten bergen“, erklärte Gernot Grömer, Obmann des Österreichischen Weltraumforums. „In den nächsten Tagen werden wir die Experimente auswerten und hoffentlich neue Erkenntnisse gewonnen haben“, so Grömer. Der schwierigste Teil der Mission ist jedenfalls schon einmal geglückt.