PRVA-Veranstaltung: Die Medienlandschaft in Kärnten und der Steiermark

Trennendes und Verbindendes:

Rund 1,5 Millionen Leser repräsentierten die vier Chefredakteure Christoph Biró (Steirer-Krone), Reinhold Dottolo (Kleine Zeitung Kärnten), Hannes Mößlacher (Kärntner-Krone) und Hubert Patterer (Kleine Zeitung Steiermark). Auf Einladung der Landesgruppe Steiermark des PRVA (PR-Verband Austria) diskutierte das Quartett, unter der Leitung von Conclusio-Chef Martin Novak, am 21. März über die Medienlandschaft in Kärnten und der Steiermark. Dabei stellten sie einige Gemeinsamkeiten, aber auch etliche Unterschiede zwischen den beiden Bundesländern fest.

„In Kärnten gibt es um das FPK so etwas Ähnliches wie ein Metternichsches Spitzelsystem. Verhaltensweisen werden gemeldet und man wird auch prompt darauf angesprochen“, konstatierte etwa der langjährige Chefredakteur der Kärntner Krone und nunmehrige  Steirer-Krone Chefredakteur, Christoph Biró. Jüngstes Beispiel: Eine Rede der Politik-Chefin der Kärntner Kleinen Zeitung, Antonia Gössinger, bei einer Thomasmesse, wurde aufgezeichnet und dem FPK zugespielt. „Das gibt es in der Steiermark nicht“, war sich das Podium einig. Gemeinsam ist beiden  Bundesländern hingegen der hohe Grad an Zeitungslesern. „Kärnten und die Steiermark führen bei der täglichen Nutzung von Tageszeitungen vor anderen Bundesländern“, stellte Kärntner Krone Chefredakteur Hannes Mößlacher fest. Laut letzter Mediananalyse konsumieren 81,1 % der Steirer, und 85,2% der Kärntner, täglich Tageszeitungen. Der Österreich-Schnitt liegt bei 75%.

„Das hat wohl damit zu tun, dass die Internet-Durchdringung in beiden Bundesländern nicht ganz so ausgeprägt ist“, mutmaßte Hannes Mößlacher. Dass das Verhältnis Politik-Medien in Kärnten nicht friktionsfrei ist, davon berichteten die beiden Kleine Zeitung Chefredakteure Hubert Patterer und Reinhold Dottolo. Die kritische Berichterstattung der Kleinen Zeitung gegenüber dem FPK hat etwa zu einem Anzeigenboykott geführt. „Wir lassen uns dennoch nicht beirren und zeigen Fehlentwicklungen weiter schonungslos auf“, waren sich die beiden Kleine Zeitung Chefredakteure einig. „In Kärnten ist man zwischen Journalisten und Politikern schnell per Du, in der Steiermark ist man da etwas reservierter.“

Einig waren sich auch die beiden Steiermark Chefredakteure bei der Beurteilung des Sparpakets der Steirischen Landesregierung.  Sowohl Christoph Biró, als auch Hubert Patterer bemerkten, dass es für eine große Regionalzeitung leicht wäre, dieses Sparpaket zu torpedieren, betonten aber auch ausdrücklich die Richtigkeit des Sparpakets. „Endlich tut die Politik das, wofür sie da ist: nämlich gestalten. Wir sind, wie der überwiegende Teil der Steirerinnen und Steirer überzeugt, dass das Sparpaket eine sinnvolle Sache ist. Was nicht heißt, dass wir nicht auf Auswüchse hinweisen werden. Ein Kampagnisieren dagegen wird es aber nicht geben.“