Die Entwickler von Virtual Vehicle arbeiten derzeit an einer mittleren Sensation: sie bedienen sich Anleihen aus der Natur, um Fahrzeugkarosserien leichter zu machen und damit Spritkosten zu sparen. Ein Thema das momentan sehr aktuell ist.
Es klingt ein wenig nach der Quadratur des Kreises: Karosserien sollen fest und stabil sein, um im Falle eines Unfalles ausreichend Schutz zu bieten. Sie sollen aber gleichzeitig auch leicht sein, um Gewicht und damit letztendlich Treibstoff zu sparen. Genau an dieser Quadratur des Kreises arbeitet derzeit Virtual Vehicle, das gemeinsame Forschungsunternehmen von TU Graz, Magna, AVL, Siemens und Joanneum Research.
„Das Thema Spritsparen ist auch für Wissenschaftler und Fahrzeugbauer ein großes Thema und eine große Herausforderung“, erklärt Virtual Vehicle Chef Jost Bernasch. „Die Ressource Öl wird immer knapper und muss daher effizienter eingesetzt werden. Durch neue, leichtere Materialien kann Treibstoff und in letzter Konsequenz auch CO2 gespart werden.“
Möglich macht das ein Material das nach Anleihen aus der Natur entwickelt wurde und von Virtual Vehicle für den Fahrzeugbau nutzbar gemacht wird. Das Material erinnert von seiner Struktur her ein wenig an Seifenschaum, ist aber natürlich deutlich stabiler. Virtual Vehicle simuliert die Einsatzmöglichkeiten dieses Materials am Computer, und schafft damit die Voraussetzung für die praktische Umsetzung im Karosseriebau.
Aber nicht nur an diesem leichtem Material wird derzeit eifrig in Graz gearbeitet. Ein weiteres Forschungsvorhaben widmet sich ganz dem Leichtbau in der Fahrzeugsicherheit. Dort, wo es auf große Stabilität ankommt, werden Kunststoffe gezielt durch Karbonfasern verstärkt. Eine Innovation, die bereits in der Formel 1 verwendet wird. Nun geht es darum, dieses Material massentauglich zu machen. Bei diesem Projekt arbeitet Virtual Vehicle übrigens eng mit dem TU-Graz Racingteam zusammen.
Dass man den Grazern in Sachen Leichtbau auch international vertraut, sieht man auch auf einem anderen Feld. „Virtual Vehicle ist derzeit Koordinator eines EU-Projekts, das sich ganz dem Leichtbau widmet“, erklärt Univ.-Prof. Hermann Steffan von der TU Graz, der Wissenschaftlicher Leiter von Virtual Vehicle ist. „Wir arbeiten in zahlreichen Projekten eng mit europäischen Universitäten, aber auch mit namhaften Autobauern und Elektronikkonzernen wie Audi, BMW, Daimler, Peugeot, Renault, AVL, Magna, und Samsung Bosch LiMotive zusammen. Von Graz aus koordinieren wir Forschungstätigkeiten und Wissenschaftler, und widmen uns auch der Pflege des wissenschaftlichen Nachwuchses“.
