MKV feierte in Villach

MKV-Chargierte am Hauptplatz in VillachDie Pfingsttage standen in Villach ganz im Zeichen katholischer Verbindungsstudenten. Der Mittelschüler Kartellverband (MKV) richtet nach acht Jahren wieder sein Jahrestreffen, den Pennälertag, in Kärnten aus. Es war ein herausragendes Fest.

Drei Tage lang prägten die Mitglieder des MKV und dessen befreundeter Verbände mit ihren bunten Bändern und Mützen das Stadtbild von Villach. Zum siebenten Mal veranstaltete Österreichs größter Studenten- und Absolventenverband einen Pennälertag in Kärnten, nach 1986 zum zweiten Mal in Villach.

Rund 1.500 Teilnehmer haben drei phantastische Tage in Villach verbracht. Die Stadt zeigte sich von ihrer besten Seite. „Das Wetter hat mehr als nur mitgespielt. Es waren drei wunderschöne Tage in der Draustadt, die Lust auf mehr bei unseren Gästen aus Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz gemacht haben“, zeigte sich Organisator Peter Moser sehr zufrieden.

MKV-Vorsitzender Staatssekretär a. D. Helmut Kukacka zeigte sich von der Stadt ebenfalls begeistert: „Wir danken der Villacher Bevölkerung für die nette Aufnahme in ihrer schönen Stadt. Ich darf mich aber auch bei der ortsansässigen Verbindung „Tauriskia“, sowie dem Landesverband Kärnten des MKV bedanken, die diese Fest so liebevoll organisiert und durchgeführt haben. Wir MKVer werden diese drei Tage noch lange in guter Erinnerung behalten.“

Höhepunkt des Pennälertages war der Pfingstsonntag. Nach dem Festgottesdienst mit Diözesanbischof Alois Schwarz – er ist Mitglied der Klagenfurter MKV Verbindung Babenberg – in der Stadtpfarrkirche, schloss sich der Festumzug durch die Villacher Innenstadt an. Bei der Kundgebung am Rathausplatz betonte der Villacher Stadtrat Peter Weidinger, selbst Mitglied der Tauriskia Villach, das besondere Klima Kärntens, in dem sich drei Kulturkreise überschneiden. Er rief dazu auf, das Gemeinsame zu betonen und nicht das Trennende in den Vordergrund zu stellen.

Am abendlichen Höhepunkt des Pennälertages, dem Festkommers in der Eishalle, hielt Leo Borchardt eine vielbeachtete Festrede zum Thema „Internationale Karriere – trotz österreichischem Bildungssystem?“. Borchardt (geb. 1981) ist der älteste Sohn einer Bauernfamilie aus Wernberg. Der studierte Jurist arbeitet seit 2008 als Rechtsanwalt mit Fokus auf Merger & Acquisitions, Unternehmensfinanzierungen und strategische Transaktionen bei einer führenden Wall-Street Kanzlei in New York.

Im nächsten Jahr wird der Pennälertag in der Stadt Salzburg veranstaltet. Die Villacher haben ihren Nachfolgern dabei die Latte sehr hoch gelegt.

MKV feiert zu Pfingsten in Villach

Kärntner MKV-Verbindungen bei einem Umzug in LinzDie zweitgrößte Stadt Kärntens wird heuer zu Pfingsten ein ganz besonderes Fest beherbergen. Der Mittelschüler Kartellverband (MKV) richtet seinen traditionellen Pennälertag in Villach aus. Die Veranstalter erwarten zu Pfingsten rund 1.500 Teilnehmer.

Der Mittelschüler Kartellverband (MKV) ist mit rund 165 nichtschlagenden, katholischen Mittelschulverbindungen, denen insgesamt 20.000 Mitglieder angehören, Österreichs größter Studentenverband. Einmal im Jahr, zu Pfingsten, treffen sich seine Mitglieder zum sogenannten Pennälertag. Sechs Mal war Kärnten bisher Austragungsort von Pennälertagen. Vier Mal Klagenfurt (1956, 1966, 1976 und 1996), einmal Villach (1986) und einmal Wolfsberg/St. Paul (2006). Zu Pfingsten 2014 ist Kärnten zum siebenten Mal Gastgeber dieses großen Festes, zum zweiten Mal Villach.

„Wir erwarten rund 1.500 Teilnehmer aus allen österreichischen Bundesländern, aber auch aus Deutschland, Italien und der Schweiz“, erklärt der Chef des Organisationskomitees Peter Moser. Wie bei allen bisherigen Kärntner Pennälertagen will man den Besuchern ein besonderes Fest bereiten. „Kärnten ist für zwei Dinge bekannt. Gemütlichkeit und Gesang. Auf beides setzen wir“, erklärt Moser.

Der Pennälertag beginnt am Freitag zu Mittag mit einem Empfang durch Bürgermeister Helmut Manzenreiter. Am Abend begrüßt Landeshauptmann Peter Kaiser die Teilnehmer. Der Samstag steht ganz im Zeichen der Tagungen der MKV-Gremien. Am Sonntag, dem Höhepunkt des Festes, wird Diözesanbischof Alois Schwarz eine Festmesse in der Stadtpfarrkirche zelebrieren, an die sich der Festumzug durch die Innenstadt anschließen wird. Den traditionellen Höhepunkt jedes Pennälertages bildet der Festkommers, der in der Stadthalle abgehalten werden wird. Durch die vielen bunten Uniformen der Chargierten, das sind die Funktionäre, wird die Stadthalle in ein Farbenmeer verwandelt werden. Neben den offiziellen Veranstaltungen gibt es noch ein reichhaltiges Rahmenprogramm wie zum Beispiel ein Kleinfeld-Fußballturnier und einen sogenannten Gesangsconvent, das ist ein gemeinsames Singen.

Im Vorfeld des Pennälertages erschien bereits eine Festschrift, die sich ausführlich mit der Geschichte des Schulstandortes Villach, aber auch mit jener des katholischen Verbindungswesens der Drau-Stadt beschäftigt.

„Wir haben uns zwei Jahre intensiv auf dieses Fest vorbereitet und laden die Villacher Bevölkerung ein, mit uns zu feiern“, erklärt Peter Moser. „Die Buchungslage ist sehr gut. Das Wetter scheint auch mitzuspielen Unsere Gäste können kommen.“

Schweigemarsch gegen Christenverfolgung

CSI Schweigemarsch Graz 2014Rund 150 Menschen beteiligten sich trotz Wind, Regen und Kälte am 7. Mai am Schweigemarsch gegen Christenverfolgung in Graz. Sie machten dabei stumm darauf aufmerksam, dass Christen die am meisten verfolgte Religion der Welt sind.

„Alle fünf Minuten stirbt irgendwo ein Christ auf der Welt für seinen Glauben. Wenn wir unseren Marsch beendet haben sind 15 Christen umgebracht worden“, erklärte Religionssoziologe und OSZE-Vertreter Massimo Introvigne bei einem kurzen Stopp des Schweigemarsches am Eisernen Tor.

Geschätzte 100 Millionen Christen – mache Studien sprechen sogar von einer weit größeren Anzahl – werden weltweit wegen ihres Glaubens diskriminiert, misshandelt, gefoltert, vergewaltigt, eingesperrt, mit dem Tod bedroht oder umgebracht. In über 50 Staaten stehen Christenverfolgungen an der Tagesordnung.

Beim Schweigemarsch durch Graz wurde heuer besonders der über 200 christlichen Mädchen gedacht, die am 14. April von der Islamistischen Terrorgruppe Boko Haram aus einer Schule im Ort Chibok in Nigeria entführt wurden. Terrorchef Abubakar Shekau kündigte Anfang Mai deren Versklavung, Verkauf und Zwangsverheiratung an.

Aber nicht nur in Nigeria leben Christen gefährlich. „Auch in Syrien, Pakistan, Nordkorea und Ägypten, um nur einige Beispiele zu nenne, werden Christen getötet, misshandelt, diskriminiert und verfolgt“, erklärte CSI (Christian Solidarity International)-Generalsekretär Elmar Kuhn.

Der Superintendent der evangelischen Kirche in der Steiermark, Hermann Miklas, sprach sich beim Ökumenischen Gottesdienst im Grazer Dom für die Solidarität mit den verfolgten Christen aus. Er erinnerte aber auch daran, dass auch Christen immer wieder im Lauf der Geschichte andere Religionen verfolgt haben: „Gewalt ist nie eine Lösung. Die liegt allein im Dialog. Beten wir nicht nur für unsere verfolgten Glaubensbrüder, sondern auch für deren Verfolger“, bat er die Gläubigen.

Unter den Teilnehmern des Schweigemarsches waren die Vertreter der Katholischen Studentenverbände MKV, ÖCV und VCS besonders zahlreich vertreten. Mit dabei waren aber auch Vertreter der Initiative Liberaler Muslime in Österreich.

35 Jahre Pfarrball Graz-Graben

Gute Stimmung am Pfarrball 2014Er ist zwar nicht ganz so groß wie die Opernredoute, vielleicht auch nicht ganz so schillernd. Aber auf alle Fälle mindestens gleich lustig. Auch heuer herrschte wieder ausgelassene Stimmung am Ball der Pfarre Graz-Graben.

Seit 1979, also seit 35 Jahren, gibt es den Ball der Grazer Pfarre St. Johann am Graben am letzten Samstag im Jänner. Seit 16 Jahren überschneidet sich der Termin mit der Opernredoute. „Wir sehen unseren Ball nicht als Konkurrenz zur Opernredoute. Beide haben ihren Platz im Ballkalender, und das ist gut so“, erklärt Pfarrgemeinderatsvorsitzender Markus Simmerstatter.

Ein Markenzeichen des Balls ist auf alle Fälle die gute Stimmung. Auch heuer kamen wieder viele Pfarrangehörige in das Grazer Augustinum um eine lustige, stimmungsgeladene und schwungvolle Ballnacht zu erleben. Den Beginn machte eine Kinderpolonaise aus 26 Kinderpaaren. Generell kann die Pfarre über mangelnden Nachwuchs nicht klagen. Sehenswert war auch die Mitternachtseinlage. Wie in den beiden Jahren zuvor legten Pfarrer Markus Madl, er ist seit einem Verkehrsunfall querschnittsgelähmt, und Leo Fischer einen gekonnten Rollstuhltanz auf das Parkett. Unterstützt wurden die beiden dabei von Alexandra Tatter und Edith Steinkellner. Bis in die frühen Morgenstunden wurde ausgelassen gefeiert und bereits Pläne für den Pfarrball 2015 geschmiedet.

Gelungene 12. „Akademiker Redoute“

12. Grazer AkademikerreouteZum 12. Mal veranstalten heuer die katholischen Studentinnen- und Studentenverbände, allen voran der steirische Cartellverband (CV), die „Akademiker Redoute“. Und wie in den Jahren davor, fand sich  viel Prominenz zu einer rauschenden Ballnacht in der Grazer Alten Universität ein.

Seit 2002 gehört die „AkademikerRedoute“ zum fixen Ballgeschehen in Graz und gilt wegen der bunten Verbindungsuniformen, -Bänder und –Mützen als einer der farbenprächtigsten Bälle der Saison. Die Redoute ist aber nicht nur farbenprächtig, sie erfreut sich auch immer größerer Beliebtheit.

„Das hängt wohl in erster Linie mit den stetig steigenden Mitgliederzahlen der katholischen Studentinnen- und Studentenverbände, vor allem des CV, zusammen“, erklärt der Vorsitzende des Steirischen CV, Rechtsanwalt Arno Lerchbaumer. Die mittlerweile acht steirischen CV-Verbindungen zählen insgesamt rund 2100 Mitglieder, davon sind 450 Studenten.

Wie in den letzten Jahren war auch heuer wieder eine große Anzahl prominenter Gäste auf der Redoute vertreten. Ex-Justizministerin und Neo-Nationalrätin Beatrix Karl, Landtagsabgeordneter Eduard Hamedl, die Rektoren Wilfried Eichlseder (Montanuni Leoben), Harald Kainz (TU Graz) und Josef Smolle (Med-Uni Graz), die Kammer-Präsidenten Michaela Christiner (Kammer der Wirtschaftstreuhänder Steiermark) und Dieter Kienzer (Notariatskammer Steiermark), der Präsident des Österreichischen Akademikerbundes Andreas Schnider, Redoute-Präsident und SFL-Gründer Hans Höllwart, Fibag-Chef  Mario Müller und Tabak-Austria Vorstand Wolfgang Louzek u.a. schwangen bis in die frühen Morgenstunden das Tanzbein.

Redoute-Organisator Christian Schwarz zeigte sich mit dem Besucherandrang und der Stimmung sehr zufrieden. „Die Akademiker Redoute ist aus dem Grazer Ballkalender einfach nicht mehr weg zu denken. Natürlich wird es diesen schönen Ball auch im nächsten Jahr wieder geben.“

Steirischer CV gratuliert Erzbischof Franz Lackner

Erzbischof Franz Lackner OFM (@Hermann Burgstaller)Nach offizieller Bekanntgabe: Steirischer CV gratuliert Weihbischof Franz Lackner OFM zur Wahl zum Salzburger Erzbischof

Vorsitzender Arno Lerchbaumer: „Wir freuen uns für unseren Cartellbruder, wünschen ihm alles Gute für sein Amt, bedauern aber auch, dass er die Steiermark verlässt.“

Der steirische Cartellverband (CV) hat mit großer Freude die Wahl seines Cartellbruders Weihbischof Franz Lackner zum Erzbischof von Salzburg aufgenommen.

„Wir freuen uns sehr, dass unser Cartellbruder in dieses hohe kirchliche Amt gewählt wurde und wünschen ihm alles Gute und Gottes Segen für sein neues Amt“, betonte der Vorsitzende des steirischen CV, Arno Lerchbaumer. „Natürlich bedauern wir aber auch, dass er die Steiermark verlässt, denn er war uns immer ein wertvoller Gesprächspartner.“

Franz Lackner wurde 2010 anlässlich des 90. Stiftungsfestes der CV-Verbindung Babenberg Graz deren Ehrenmitglied. Dementsprechend groß ist auch die Freude über seine Wahl in seiner Verbindung. „Wir sind uns sicher, dass er auch dieses hohe Amt mit seiner gewinnenden Art bestens meistern und rasch den Zugang zu den Menschen in Salzburg finden wird“, erklärt der Altherrenobmann der Babenberg, Helmut Röck. Zusätzlich zu seiner CV-Mitgliedschaft ist Franz Lackner auch seit 2012 Mitglied der MKV (Mittelschüler Kartellverband)-Verbindung Nibelungia in Knittelfeld.

Im steirischen CV sind acht katholische Hochschulverbindungen mit insgesamt rund 2100 Mitgliedern vertreten. Sechs Verbindungen (Carolina, Traungau, Babenberg, Albertina, Erasmus und Europa-Kopernika) haben ihren Sitz in Graz, zwei (Glückauf und Kristall) in Leoben.

CV-Verbindung Carolina erhält Entschädigung als Opfer des Nationalsozialismus

CarolinenhausDie älteste steirische  CV-Verbindung, die 1888 gegründete Carolina, erhält aus den Mitteln des Allgemeinen Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus 1.500.- USD.

Carolina wurde nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten am 12.März 1938, wie alle anderen katholischen Studentenverbindungen, verboten. Bereits am 14. März 1938 begann die SA mit der Übernahme des Barvermögens, für das es nun die Entschädigungszahlung gibt. In weiterer Folge setzte die Gestapo einen kommissarischen Leiter ein, dessen Aufgabe es war, die Sachwerte (das Haus am Glockenspielplatz) an den NS-Gaubevollmächtigten auszufolgen. Über den Altherrenverband der Carolina wurde der  Zwangskonkurs verhängt.

„Wir freuen uns, dass die Republik Österreich uns als Opfer des Nationalsozialismus anerkennt und uns eine Wiedergutmachung zuerkannt hat“, erklärt Altherrenvorsitzender Markus Simmerstatter. „Der materielle Schaden den wir erlitten haben ist eine Sache. Viel schlimmer war aber das menschliche Leid, das unsere Bundesbrüder durch die Nationalsozialisten erfahren mussten.“

So wurden zwei Carolinen, Johann Kapistran Pieller und Ludwig Mooslechner, knapp vor Kriegsende als Widerstandskämpfer hingerichtet. 38 Mitglieder der Carolina wurden für ihr Bekenntnis zu Österreich inhaftiert. Davon wurden allein acht gleich nach dem Anschluss in das KZ Dachau deportiert. 42 weitere Mitglieder mussten berufliche Schikanen (Entlassungen, Zwangsversetzungen, Degradierungen etc.) hinnehmen, weil sie CVer bzw. Carolinen waren. „Weit über 50% unserer damaligen Mitglieder haben damit nachweislich unter dem Nationalsozialismus gelitten“, erklärt Simmerstatter.

Carolina ist nicht die einzige katholische Studentenverbindung, die als NS-Opfer entschädigt wurde. Drei weitere steirische katholische Verbindungen und der Altherrenlandesbund des steirischen CV wurden ebenfalls entschädigt.

Die 1500.- USD die Carolina als Entschädigung zuerkannt wurden, wird die Verbindung übrigens nicht für sich behalten. „Wir konnten als Verbindung nach 1945 wieder erstehen und sind heute eine gut etablierte und mitgliederstarke Studentenverbindung“, erklärt Carolina Obmann Michael Dietrich. „Andere hatten nicht so viel Glück. Wir haben uns daher entschlossen das Geld, das uns zugesprochen wurde, einer caritativen Organisation zukommen zulassen.“

Säuberungswelle im Sozialreferat der ÖH Uni Graz

KSV-Referatsleiter entlässt zwei Mitarbeiter wegen falscher Ideologie

In längst vergangene Zeiten zurückkatapultiert fühlt man sich derzeit am Sozialreferat der ÖH an der Uni Graz. Seit 1. Juli wird das Sozialreferat von Georg Erkinger geleitet, der dem Kommunistischen Studentenverband (KSV) angehört. Als erste Amtshandlung hat Erkinger gleich eine Säuberungswelle gestartet. Zwei Mitarbeiter, Michael Dietrich und Emanuel Staudacher, wurden entlassen. Der Grund: eine Erkinger nicht passende Ideologie der beiden. Dietrich und Staudacher sind Mitglieder der Carolina, der ältesten CV-Verbindung der Steiermark, der u.a. auch Alois Mock, Hermann Schützenhöfer und Siegfried Nagl angehören.

Erkinger macht aus seinem Entlassungsgrund auch gar kein Hehl. In einem E-Mail an die beiden schreibt er: „Sozialstaaten werden zerstört, Menschenrechte missachtet, einzig und allein die Interessen von Banken und Konzernen werden verfolgt. Spindelegger, Berlakovich, Mitterlehner und im kleinen Nagl mit seiner Grazer Verbotspolitik um nur ein paar CVler zu nennen. Wer sich mit solchen Leuten, die für die Entstehung der beschriebenen Probleme maßgeblich mitverantwortlich sind, abgibt, der kann daher nicht gleichzeitig im Sozialreferat mitarbeiten. Jene Herren  aus CV/ÖVP sind nämlich auch für die sozialen Probleme der Studierenden verantwortlich, indem sie etwa für die Kürzung der Familienbeihilfe, des Mobilitätsschecks und vieler anderer Leistungen gesorgt haben. Das ist neben Faschismus, Sexismus in diesen Männerbünden und Rassismus noch ein klarer Ausschlussgrund einer Mitarbeit im Sozialreferat.“

„Wir sind entsetzt über so viel Intoleranz“, erklärt der Vorsitzende des steirischen CV, Rechtsanwalt Arno Lerchbaumer. „Wieder einmal zeigt sich, dass jene, die oft und gerne von Toleranz, Solidarität und Menschenrechten sprechen, die ersten sind die andere ausgrenzen und wegen ihrer Ideologie diskriminieren und benachteiligen.“

Auch der Altherren-Vorsitzende der Carolina, Markus Simmerstatter, stellt sich vor die beiden jungen Carolinen. „Mich erschüttert die Unwissenheit des Herrn Erkinger. Zur Erinnerung: CVer haben bereits 1933 alle Nationalsozialisten aus ihren Reihen ausgeschlossen. Eine Mitgliedschaft in der NSDAP und dem CV war unvereinbar. CVer waren auch maßgeblich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus engagiert. Unter den Carolinen gab es zwei hingerichtete Widerstandskämpfer. Einer davon, der Schwanberger Arzt Ludwig Mooslechner, unterstützte die Partisanen auf der Koralm mit Lebensmitteln und Medikamenten. Unter denen, denen er geholfen hat war auch der später Langzeitvorsitzende der KPÖ, Franz Muhri“, erklärt Simmerstatter.

„Auch der Vorwurf, dass CVer am Zerstören von Sozialstaaten und den sozialen Problemen der Studierenden „Schuld“ seien ist mehr als lächerlich. Wie auch der Vorwurf, der CV sei rassistisch. Im Augenblick gibt es in Graz und Leoben mehrere Afrikaner die Mitglieder des CV sind. Und ich erkenne auch keine Menschenrechte etc. die von uns missachtet werden. Um die Wissenslücken des Herrn Erkinger zu füllen lade ich ihn gerne zu uns ein. Sofern seine Ideologie den Diskurs mit Andersdenkenden nicht verbietet.“

Wie sehr seitens des KSV mit gespaltener Zunge argumentiert wird untermauert übrigens auch eine auf Facebook nachzulesende „Erklärung zur Mitarbeit des KSV Graz in der ÖH und zur Führung des Sozialreferates“: „Wir betrachten das Sozialreferat nicht als unser Eigentum, sondern laden alle Studierenden, die sich mit einer fortschrittlichen Sozialpolitik identifizieren, zu einer Mitarbeit im Referat ein. Bei all den bestehenden Unterschieden in der Herangehensweise an Probleme schätzen wir die Stärken anderer Fraktionen und hoffen auf eine konstruktive und sachorientierte Zusammenarbeit in den nächsten zwei Jahren.“

Werte und Ethik in der Wirtschaft

IMG_1593Ihren 125. Geburtstag nutzte die älteste katholische Studentenverbindung der Steiermark, Carolina, um sich in diesem Semester auch intensiv mit inhaltlichen Fragen auseinanderzusetzen. Als Abschluss widmete sie sich in einer Podiumsdiskussion den Werten und der Ethik in der Wirtschaft. 

In bisher drei Veranstaltungen –„Was ist Wissenschaft?“, „Österreich: eine Mediokratie?“ und „Reform des österreichischen Fortpflanzungsmedizingesetzes“ ließ Carolina eine ganze Armada renommierter Experten zu Fragen der Gesellschaft diskutieren und referieren. Als inhaltlichen Schlusspunkt widmete sich Carolina am 11. Juni der Frage „Quo vadis Austria- Werte und Ethik in der Wirtschaft“. Dazu hat Senior (Obmann) Florian Altendorfer mit Claudia Klimt-Weithaler (Klubobfrau der KPÖ im Landtag), Caritas-Präsident Franz Küberl, Raiffeisen-Landesbank (RLB) Generaldirektor Markus Mair, Saubermacher-Gründer Hans Roth und Anton Paar GmbH-Geschäftsführer Friedrich Santner eine kontroverse Runde eingeladen. Als Moderator fungierte ORF-Wirtschaftsexperte Walter Sonnleitner.

Dabei kamen viele unterschiedliche Aspekte von Ethik und Wirtschaft zu Tage. So zahlen etwa KPÖ-Mandatare in der Steiermark 50% ihres Gehalts in einen Sozialfonds ein. „Wir unterstützen mit dem Fonds Leute, die in höchster Not zu uns kommen, weil zum Beispiel der Boiler kaputt gegangen ist und sie sich die Reparatur nicht leisten können“,  erklärte KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler. Beim Thema Daseinsvorsorge deckte sich die Meinung der  KPÖ-Klubobfrau übrigens mit der von Saubermacher-Gründer Hans Roth: „Auch ich bin dafür, dass bestimmte Dinge wie Wasserversorgung etc. in öffentlicher Hand verbleiben. Zur Abwicklung kann man aber durchaus private Unternehmen heranziehen.“ Mit Caritas-Präsident Franz Küberl hatte Klimt-Weithaler ebenfalls einige Überschneidungen, etwa bei der Forderung nach gerechten Löhnen und mehr Arbeitsplätzen. Küberl verwendete dazu folgendes Bild: „Wenn wir wollen, dass Menschen Fisch essen, dann versucht die Caritas ihnen das Fischen beizubringen. Damit wir das können muss es aber erst ein Wasser geben, das sauber ist und in dem Fische leben.“

Einen ganz besonderen Wert auf Ethik legt man bei der Anton Paar GmbH. „Wir haben das Unternehmen in eine gemeinnützige Stiftung eingebracht, die zwei Stiftungszwecke hat: die Förderung von Naturwissenschaften und Technik, sowie die Suchprävention“, erklärte Friedrich Santner. „Uns war nicht wichtig, wem das Unternehmen gehört, sondern dass es nachhaltig aufgestellt ist.“ Wie Ethik und Wirtschaft korrelieren, erklärte RLB-Generaldirektor Markus Mair: „Im Moment ist die wirtschaftliche Lage schlecht, da hat Ethik einen hohen Stellenwert. Ich befürchte wenn sich die Lage wieder verbessert, wird sich das auch ändern.“ Was Mair besonders stört ist, dass zu wenig differenziert und zu viel verallgemeinert wird. „Da werden etwa Geschäfte von verschiedenen Banken in verschiedenen Ländern herangezogen, die nichts mit dem Geschäft hier in der Steiermark zu tun haben.“ Ein gewisses Informationsdefizit der Banken ortet aber auch Mair: „Wir haben den Menschen nicht immer erklärt was wir tun, wie wir es tun und was das kostet. Viele historische Fehler rächen sich jetzt.“

Das Podium war sich natürlich einig, dass Wirtschaft ohne Werte und Ethik nicht vorstellbar ist. Dass es natürlich auch in der Wirtschaft manchmal ohne Werte und Ethik zugeht liegt wohl in der Natur der Menschen. Die Vertreter dieser Richtung stellen sich aber wohl kaum Podiumsdiskussionen.

Carolina feierte mit über 500 Gästen ihren 125er.

IMG_6402 k1888 wurde die älteste steirische CV-Verbindung, Carolina, gegründet. Am 24./25. Mai feierte sie ihren 125. Geburtstag. Über 500 Gäste und viel Prominenz kamen um ihr zu gratulierten. 

„Als Carolina am 18. August 1888 gegründet wurde, war das ein sehr mutiger Schritt“, betont Obmann Florian Altendorfer. „Mit dem Bekenntnis zum Katholizismus, zu Österreich und dem Ablehnen der Mensur, stellte man sich bewusst gegen den Mainstream der damaligen Zeit und präsentierte sich als interessante Alternative zu Burschenschaften und Corps. Daran hat sich bis heute nichts geändert.“

Dass der 125. Geburtstag der Carolina etwas ganz Besonderes ist, das zeigte sich dann auch am Festwochenende. Bereits zum  Auftakt am Freitagabend platzte das Carolinenhaus am Grazer Glockenspielplatz aus allen Nähten. Wie bei Carolina üblich wurde aber nicht nur gefeiert, sondern auch inhaltlich etwas geboten. Seit Beginn des Sommersemesters setzte sich die Verbindung mit einem dichten inhaltlichen Programm auseinander. In bisher zwei (von insgesamt vier) großen Podiumsdiskussionen – „Was ist Wissenschaft?“ und  „Österreich: eine Mediokratie?“- ließ man renommierte Experten über Entwicklungen der österreichischen Gesellschaft diskutieren.

Zum Auftakt des 125. Stiftungsfestes stand Europa im Mittelpunkt. Generell ist Europa dem CV ein großes Anliegen. Erst Mitte Mai  hielt der Cartellverband im Europadorf Alpbach seine Jahreshauptversammlung unter dem Motto „Europatria“ ab. Dabei wurde übrigens auch die jüngste CV-Verbindung, „Europa-Kopernika“ aus Graz, in den CV aufgenommen.

In seiner  Keynote-Speech am Begrüßungsabend der Carolina streute der Leiter der EU-Vertretung in Österreich, Richard Kühnel der Carolina Rosen, in dem er „eine Carolinische Einheit, das sind 125 Jahre“ als Zeitmaß vorschlug und die Geschichte Europas in Teilen dieser Einheit rechnete: „Als Carolina 1913, das 25. Stiftungsfest feierte, gab es in Europa ein ausgeklügeltes System von Bündnissen, dass wenige Jahre später die meisten Staaten verschlang, die dieses System erfunden haben“, erklärte Kühnel. „1988, als Carolina 100 Jahre alt wurde, gab es kurz darauf die Beendigung jenes Systems, das nach dem Ersten Weltkrieg implementiert wurde.“ Wohin die Reise Europas geht, das konnte der Leiter der EU-Vertretung in Österreich auch nicht beantworten. Eines stand für ihn aber fest: „Egal in welche Richtung wir uns entwickeln, es geht nur solidarisch. Die Zeit der Nationalstaaten ist überwunden.“

Dass Carolina für ihre Ideologie auch bereit war Prügel einzustecken, das kann man im zum Jubiläum erschienenen Buch „Ein großes Gehen Hand in Hand“ von Gerhard Hartmann und Markus Simmerstatter nachlesen. Neben der Geschichte der Carolina finden sich darin aber auch Kurz-Biographien bedeutender Carolinen, wie etwa von Bundeskanzler Alfons Gorbach, Nationalratspräsident Alfred Maleta, „Furche“-Gründer Friedrich Funder, oder dem Erfinder der Zeitlupe, August Musger. Ein umfangreiches Mitgliederverzeichnis rundet das Werk ab.

Höhepunkte des Wochenendes waren dann am Samstag die Festmesse mit Diözesanbischof Egon Kapellari im Grazer Dom, der anschließende Festumzug vom Priesterseminar zum Hauptplatz, vor allem aber der Festkommers am Abend in der Grazer Seifenfabrik. Dabei hielt Vizekanzler Michael Spindelegger eine vielbeachtete Festrede.

Dass man auch mit 125 Jahren noch sehr anziehend sein kann, das bewiesen die rund 500 Gäste, die mit der Carolina mitfeierten. Unter ihnen sah man neben Vizekanzler Michael Spindelegger, auch Justizministerin Beatrix Karl, Landehauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer, den Doyen der Österreichischen Kirchengeschichte Maximilian Liebmann, Meduni-Rektor Josef Smolle, SOWI-Dekan Wolf Rauch, Industriellenvereinigung-Vorstandsmitglied Hans Höllwart, sowie den steirischen CV-Vorsitzenden Arno Lerchbaumer.